Schrader Wappen



Chronologie der Familientage des Familienverbandes Schrader e.V.

von 1920 bis 2016

von Harald Schrader

(Der Sippenname steht jeweils in Klammern und mit Bindestrich hinter dem Familiennamen)

Teil I: Die Familientage 1920 - 1939

1. Vorbemerkung und Überblick. Unser Familienverband ruht auf drei Säulen. Das ist zum einem das Archiv mit den seit der Gründung gesammelten genealogischen Unterlagen. Das sind zum anderen die mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden Mitteilungshefte des Familienverbandes und das sind schließlich eben unsere Familientage. Heute möchte ich etwas vom Geist und von der Leuchtkraft der Familientage aufscheinen lassen. Wenn man die Liste der Familientage betrachtet, so kann man einige Beobachtungen machen. Die Goldene Ära des Verbandes umfasst nach meinem Eindruck die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, also die Zeit der ersten elf Familientage. Von der Gründung des Verbandes im Jahre 1920 an fanden bis 1930 jährlich Familientage statt. Sie begannen in der Regel am Abend des Sonnabend mit einem gemütlichen Beisammensein und wurde am folgenden Tag mit Vorträgen und der Mitgliederversammlung fortgesetzt. Meist endete der Familientag mit einem festlichen Abendessen. Der Abreisetag war dann der Montag.

Ursprünglich wurde die Gründung des Verbandes am 27. Dezember 1920 in Berlin-Spandau als erster Familientag gerechnet. Später wurde die Zählung verändert und man begann mit dem Familientag 1921, der ebenfalls in Berlin-Spandau zusammentrat. Später hat sich wiederum die ursprüngliche Zählung durchgesetzt. Die folgenden Familientage: 3.Familientag 1922 in Magdeburg, 4. Familientag 1923 in Hannover, 5.Familientag 1924 in Braunschweig, 6.Familientag 1925 in Goslar, 7.Familientag in Hildesheim, 8.Familientag 1927 in Soest, 9.Familientag 1928 in Halberstadt und der 10. Familientag 1929 wiederum in Braunschweig.

Im Jahre 1930 endete die goldene Epoche des Familienverbandes. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage in Deutschland wurden für fünf Jahre keine Familientage zusammengerufen. Doch dann kam es zwischen 1936 und 1939 zu einer zweiten Blüte: Zu vier Familientagen wurde ins westfälische Hagen (1936), nach Bad Harzburg (1937), Magdeburg (1938) und Hannover (1939) eingeladen. Von einem dieser Vorkriegsfamilientage hat Vetter Hans-Ludolf die Erinnerung bewahrt, dass die Herren zum festlichen Abendessen im Smoking erschienen. Im Jahre 1940 sollte der Familientag in Bad Pyrmont zusammentreten. Die Wirren des ausgebrochenen Krieges machten diese Planung zunichte. Es entstand eine neunjährige Unterbrechung. Erst 1948 versammelten sich unter sehr schwierigen äußeren Bedingungen Basen und Vettern in Düsseldorf zu einem Familientag. Düsseldorf - das war die Heimatstadt des Vorsitzenden Paul Schrader (-Küblingen) und des Schatzmeisters Rudolf Schrader (-Königslutter), des Vaters unserer Base Lieselotte. Für die drei aufeinanderfolgenden Jahre 1948, 1949 und 1950 blieb Düsseldorf Tagungsort der Familientage. Das gastfreundliche Haus des Schatzmeisters machte es möglich, auch unter sehr bescheidenen Umständen fröhliche Familientage zu begehen. Base Lieselotte, die in der Nachfolge ihres 1965 verstorbenen Vaters das Schatzmeisteramt übernahm, hat noch sehr genaue Erinnerungen an diese Düsseldorfer Familientage nach dem 2. Weltkrieg.

Zwischen 1948 und 1954 fanden wiederum jährlich Familientage statt. Dann gab es für zwei Jahre - 1955 und 1956 - keine Familientage. 1957 wurde der 23. Familientag nach Bad Pyrmont eingeladen und damit der ausgefallene Familientag von 1940 gleichsam nachgeholt. 1958 traf man sich in Ratzeburg, der Heimat unseres Archivars Carl Hermann. In den 15 Jahren zwischen dem 24. Familientag 1958 in Ratzeburg und dem 29. Familientag 1973 in Bad Harzburg kam es nur zu vier Treffen: 1961 in Altenau im Harz, 1968 in Braunschweig, 1969 in Goslar, 1971 wiederum in Altenau. In den Jahren 1959 und 1960, 1962 bis 1967 sowie 1970 und 1972 - das heißt, in insgesamt 10 Jahren - fanden keine Familientage statt. Seit 1973 begehen wir die Familientage jährlich. Das bedeutet, dass seit dem 29. Familientag 1973 in Bad Harzburg bis zum 67. Familientag 2011 in Delft /Niederlande 39 Familientage in ununterbrochener Folge stattgefunden haben.

2. Die Anfänge. Von Anfang an gab es im Familienverband prägende Gestalten. Da war zum einen der erste Archivar, der legendäre Richard Schrader (-Hornburg). Auf ihn geht die gesamte Systematik unseres Archivs zurück. Bereits um die Jahrhundertwende hat er damit begonnen, die Geschichte seiner Familie zu erforschen und sich mit anderen Schrader-Forschern zu vernetzen. Nur so ist es zu erklären, dass der Verband von Anfang an über beachtliche Archivbestände verfügte. Richard Schrader (-Hornburg) wurde bereits beim 2.Familientag 1921 in Berlin-Spandau zum 1.Ehrenmitglied ernannt. Dann gab es die Mitbegründer des Verbandes, von denen hier nur zwei namentlich erwähnt seien, weil sie sich an jenem denkwürdigen dritten Weihnachtsfeiertag 1920, am 27. Dezember als Triumvirat mit Richard Schrader (-Hornburg) in der Wohnung von Dr. Hans Schrader (-Thale) getroffen haben. Der Dritte im Bunde war Pfarrer Hermann Schrader (-Derenburg). Nicht mit dabei in Berlin-Spandau war, obwohl ein Mann der ersten Stunde, der Quedlinburger Rechtsanwalt und Notar, Martin Schrader (-Quedlinburg).
Die zweite prägende Gestalt neben Richard Schrader (-Hornburg) war der erste Vorsitzende des jungen Familienverbandes, Geheimrat Dr. jur. Emil Schrader (-Badeleben). Er war Direktor im Oberhofsmarschallamt des Kaisers und Königs von Preußen und Justitiar der Königlichen Hofämter in Berlin gewesen. Emil Schrader (-Badeleben) führte den Verband von 1921 bis zu seinem Tod am 9. Oktober 1935. Beim 6. Familientag, am 4.Oktober 1925 in Goslar wurde er zum 2.Ehrenmitglied ernannt. Emil Schrader (-Badeleben) hat schon früh die Schaffung eines Verbandswappens angeregt. Im Jahre 1923 übernahm er auch das neu geschaffene Amt eines Heroldsmeisters.

In den Gründerjahren wurden übrigens alle Ämter nur auf ein Jahr gewählt. Vom 3.Familientag in Magdeburg wird berichtet, dass einige Mitglieder vorzeitig abreisen mussten aufgrund der "Zuglage". Offenbar verkehrten die Züge der Deutschen Reichsbahn damals nicht so verlässlich. Aber das kennen wir auch von der Deutschen Bahn. In den Niederlanden ist das vermutlich ganz anders. Zu den ältesten aktiven Mitgliedern unseres Verbandes gehören übrigens die Eltern unseres Vetters Klaus, Sippe Groß-Gleidingen, Mitglied des Beirates. Sein Vater Kurt Schrader (1871-1948), Direktor in Hagen, spielte bereits in den Zwanziger Jahren eine wichtige Rolle. So hat er den 11. Familientag 1930 in Bremen geleitet, weil der Vorsitzende Emil Schrader (-Badeleben) - wie bereits im Vorjahr - am Erscheinen gehindert war. Auch Klaus' Mutter, unsere verehrte frühere Vorsitzende, Base Anneliese Schulte-Schrader (-Eilenstedt), hat als junge Frau an den Familientagen in den dreißiger Jahren teilgenommen und dabei auch ihren Mann kennengelernt. In den Jahren 1922 bis 1924 traten insgesamt 110 Personen dem Familienverband bei, der seine höchste und nie wieder erreichte Mitgliederzahl von 181 Personen im Jahr 1926 verzeichnete.

Wir haben in der Vergangenheit häufiger über den Charakter unserer Familientage diskutiert. Dabei habe ich stets betont, dass wir von unserem Ursprung her primär ein Verband von Familienforschern sind und nicht ein Verein zur Pflege der Geselligkeit von Menschen gleichen Namens. Dass der gesellige Austausch, dass die Freude nicht zu kurz kommen darf, versteht sich von selbst. Von dieser Grundbestimmung unseres Verbandes ergibt es sich ganz folgerichtig, dass im Mittelpunkt unserer Familientage Vorträge stehen sollen, die das Leben von Schrader-Familien über mehrere Generationen darstellen oder das Lebensbild einzelner Persönlichkeiten des Namens Schrader nachzeichnen. Doch damit dies möglich ist, müssen sich Basen und Vettern aufmachen, vorhandene Unterlagen aufzuarbeiten oder gar selbst Forschungsarbeit in Bibliotheken und Kirchenbüros zu leisten. Das ist mühsam und das kostet Zeit. Wir wissen, dass es stets nur wenige sind, denen es möglich ist, sich dieser Aufgabe zu übernehmen. Die Klage über zu wenig Forschungsaktivität ist nicht neu. Ich zitiere den schon erwähnten Archivar Richard Schrader (-Hornburg), der 1928 in Halberstadt beim 9. Verbandsfamilientag, so die damalige Sprachregelung, dazu Bemerkenswertes ausführte:

"Unsere Tätigkeit kann lediglich im Sammeln, Vorbereiten, Beobachten, Aufzeichnen bestehen, und diese Tätigkeit erscheint vielen recht langweilig, so dass sie beizeiten die Flinte ins Korn werfen. Wäre es möglich, die Familiengeschichte von heute auf morgen bis auf Adam und Eva zu ergründen, so wäre es begreiflich, wenn der Familiengeschichtsforscher sehr bald das Interesse an der Sache verlöre, denn wenn eine Sache vollständig fertig ist, wird sie beiseite gestellt und vermag uns nur noch ganz selten und vorübergehend zu packen. Es ginge uns wie einem Menschen, der dauernd satt ist. Den vermag auch eine mit den auserlesensten Gerichten besetzte Tafel nicht zu interessieren. Hunger ist der beste Koch. Wer den hat, dem wird auch die bescheidenste Mahlzeit munden und ihn zu neuer Tatkraft stärken. Wer gelernt hat, sich auch an den kleinsten Erfolgen seiner Arbeit zu freuen, den wird alle Mühe und Arbeit nicht verdrießen, und sollte er noch so viele Fehlschläge erleben. Satt sein ist unser schlimmstes Uebel. Wir wollen uns ja nicht ärgern, wenn nicht alles nach unserm Willen und im Eiltempo geht. Wir wollen Gott danken, daß er uns die Arbeit nicht so leicht gemacht hat, danken, daß er uns auch manchmal lange in einem Irrtum befangen hält. Nicht in der restlosen Ergründung aller Geheimnisse wollen wir unsere Seligkeit suchen, sondern im Hunger und Durst ... Selig sind, die da hungert und dürstet."

Nun ist mir klar, dass wir Heutigen derartige Aufforderungen zum asketischen Leben und Arbeiten nicht so gern hören. Beeindruckend finde ich allerdings die Nüchternheit und den Realismus dieser Einschätzung von familiengeschichtlicher Arbeit. Es handelt sich eben um ein mühsames Geschäft. Aber vielleicht gilt auch hier der Satz "Der Weg ist das Ziel". Das Gefühl, unterwegs zu sein zu neuen Erkenntnissen und Einsichten, birgt etwas Aufregendes, das nicht dadurch an Bedeutung verliert, weil wir bisweilen nicht weiter zurückkommen oder die Datenlage doch zu dürftig bleibt, um das Leben von Vorfahren in befriedigender Weise rekonstruieren zu können.

Und auch das gab es bei den frühen Familientagen. Dass viele Mitglieder es trotz hehrer Absichten nicht einrichten konnten oder einzurichten wussten, zu den Familientagen zu erscheinen. Vom 10. Familientag, der 1929 zum zweiten Mal in Braunschweig stattfand, hat sich ein Vetter aus Karlsruhe poetisch abgemeldet, und zwar in Form eines Gedichtes unter der Überschrift

"Zum 29. September 1929":
In fernem Land - unnahbar meinem Schritte -
Ist heut das Schradersche Familienfest;
Ich wäre gar zu gern in Eurer Mitte
Und bin betrübt, daß sichs nicht machen läßt!
So schwer mirs fällt, ich muß darauf verzichten
An diesem schönen Tag dabei zu sein.
Ich bin gebunden durch verschiedne Pflichten -
Ihr werdet das verstehen und - verzeihn!
Heut kanns nicht sein! Drum übe ich Entsagung, Doch übers Jahr, da komm' ich, so Gott will!
Legt aber bitte nicht die nächste Tagung
Nach Buxdehude oder nach Tripstrill!
Solch eine Reise kann ich nicht vertragen -
Drum, wollt Ihr mich in Eurer Mitte sehn,
Dann müßt Ihr hier in unsrer Gegend tagen --
In Süddeutschland ists nämlich auch ganz schön!
Doch wünsche ich Euch heute frohe Stunden -
Und bin ich auch persönlich nicht dabei,
Wir bleiben in Gedanken stets verbunden! --
Es lebe hoch die ganze Schraderei!

3. Die Dreißiger Jahre. Beim 11. Verbandsfamilientag am 27. und 28. September 1930 in Bremen wurde mit "großem Beifall", wie das Protokoll vermerkt, der Antrag von Artur Schrader (-Rottmersleben) aus Hannover angenommen, nach dem in jedem Jahr von einem Mitglied ein Vortrag über ein familiengeschichtliches Thema gehalten werden sollte. Der Antragsteller bot an, für das kommende Jahr den ersten Vortrag zu halten zum Thema "Namensbildung im Allgemeinen und Bildung des Namens Schrader im Besonderen". Bei diesem Familientag wurde übrigens der Vorschlag abgelehnt, einen festen Tagungsort zu wählen. Begrüßt wurde dagegen die Empfehlung, bei der Wahl der Tagungsorte die Plätze zu berücksichtigen, die "Gelegenheit zu Forschungen" böten. Der 12. Familientag sollte am 1. Oktober 1931 in Berlin stattfinden. Doch dazu kam es nicht mehr. Der wirtschaftliche Niedergang seit 1930 und die damit einhergehende Not breiter Bevölkerungskreise sollte - wie bereits erwähnt - zu einer fünfjährigen Unterbrechung der Familientage führen. Die Mitgliederzahl sank in diesen Jahren um über ein Drittel auf 120 Personen im Jahr 1934. Die Chronik vermerkt, dass nach Abschluss des Familientages einige Schraders am Montag noch die Gelegenheit benutzten, um nach Wesermünde zu fahren und den Riesendampfer "Columbus" zu besichtigen, der gegen 1 Uhr mittags "unter Tücherschwenken und unter den Klängen "Muß i denn zum Städtle hinaus" in See stach.

Erst im Jahre 1936 kam man zum 12. Familientag zusammen. Bezeichnenderweise fand dieser Familientag nicht wie bisher im Herbst statt, sondern im Januar. Am 25. und 26. Januar 1936 traf man sich im westfälischen Hagen. Für den im Vorjahr verstorbenen Ersten Vorsitzenden Geheimrat Dr.jur Emil Schrader (-Badeleben), wurde der 38jährige Paul E.Schrader (-Küblingen) (geb. 24.9.1897) gewählt, der wie sein Vater Paul sen. Kaufmann in Düsseldorf war und dem Verband seit 1924 als Mitglied angehörte. Die Wahl sei auf ihn gefallen, so hat es mir Vetter Carl-Hermann geschildert, weil man unbedingt einen jüngeren Vorsitzenden haben wollte. Es gab einfach die Befürchtung, dass bei der Wahl eines betagten Herrn zu schnell die Frage der Nachfolger akut geworden wäre. Paul Schrader (-Küblingen) hat dann diesen Erwartungen voll und ganz entsprochen und das Amt des Verbandsvorsitzen- den 31 Jahre lang bis zu seinem tragischen Unfalltod am 13. September 1967, wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag, ausgeübt. Der Mitgliederbestand hatte 1936, vermutlich infolge des mehrjährigen Ausfalls der Familientage, mit 108 Personen einen Tiefstand erreicht. Nun sollten noch drei Familientage im Jahresrhythmus folgen, bis der 2. Weltkrieg für neun Jahre die Durchführung von Familientage verhinderte. Mit zunehmender Kriegsdauer kam das Verbandsleben mehr und mehr zum Erliegen.

Der 13. Familientag versammelte am 22. und 23. Mai 1937 Basen und Vettern wiederum im Harz. Nach Goslar und Halberstadt war nun Bad Harzburg als Tagungsort gewählt worden. Mit 38 Teilnehmenden erreichte der Familientag eine Besucherzahl, die sich erst 1969 wieder einstellen sollte. Wenn wir bei Familientagen heute in der Regel mehr als 40 Personen sind, dann ist das - gemessen an den Familientagen der Vorkriegszeit - eine stattliche Zahl.

Der 14. Familientag wurde zum 18. und 19. Juni 1938 nach Magdeburg und zwar in das Hotel "Magdeburger Hof" eingeladen. Unter den Gästen befanden sich Jack Schrader (-Königslutter) aus London und - ich bitte um besondere Aufmerksamkeit - erstmals Mitglieder aus den Niederlanden. Es waren, wie die Chronik vermerkt, nur Männer. Die Frauen waren offenbar zu Hause geblieben. Ausdrücklich und anerkennend wird betont, dass die niederländischen Mitglieder "extra im Auto" nach Deutschland gefahren waren. Die Chronik bezeichnet den 14. Familientag als die "wohl erfolgreichste und bedeutungsvollste Tagung aller bisherigen Familientage" und betont, dass die gesamte große Presse Deutschlands in ausführlichen Artikeln über den Verlauf berichtet und auf die Bedeutung dieser Tagung hingewiesen habe. Der Grund für einen Familientag in Magdeburg hing zusammen mit der Wiederentdeckung und Instandsetzung der Erbgruft der Sippe Schrader-Rottmersleben in der Heilig-Geist-Kirche im Jahre 1935. Diese im Jahre 1713 von Peter III Schrader-Rottmersleben (1670-1736) errichtete Erbgruft war 1809 von den Napoleonischen Besatzungstruppen geschlossen worden. Diese Gruft, die in 44 Särgen Sippen-Angehörige aus fünf Generationen beherbergte, war die größte erhaltene Erbgruft einer bürgerlichen Familie in Deutschland. Die aus dem Mittelalter stammende Heilig-Geist-Kirche ist im Jahre 1959 auf Veranlassung des Magdeburger Rates unter dem DDR-Regime abgebrochen worden. Die Särge mit den Toten wurden verbrannt und die Kirche mit der Gruft eingeebnet. Damit ist diese einmalige Gedenkstätte der Familie Schrader-Rottmersleben vernichtet worden.

Zum 15.Familientag - schon im Schatten des aufziehenden Krieges - kam man am 17. und 18. Juni 1939 in Hannover zusammen. Unter den Gästen war ein neues Mitglied aus den Vereinigten Staaten, nämlich Fregattenkapitän Albert E. Schrader (-Lauenau) aus Batesville im Bundesstaat Indiana. Er war damals Militärattaché der USA in Berlin und nahm später an der Schlacht um Pearl Harbour teil.

Nun senkte sich der 2.Weltkrieg wie ein Verhängnis über Deutschland und von Deutschland ausgehend über ganz Europa mit Auswirkungen auch auf andere Erdteile. Am Ende stand ein Europa mit verwüsteten Ländern und verstörten Menschen. Eine Menschheitskatastrophe von bis dahin unvorstellbaren Ausmaßen hatte Deutschland, Europa und die ganze Welt irreversibel verändert.

Teil II: Die Familientage 1948 - 1969

1. Vorbemerkung. Die Zwanziger Jahre waren zweifellos goldene Jahre für unseren Verband (Familientage 1 bis 11) Nach einer fünfjährigen Pause ab 1930, bedingt durch die wirtschaftliche schwierige Lage, folgte ab 1936 eine kurze Blütezeit mit vier Familientagen (12 bis 15). In Teil II geht es um die Geschichte der 12 Familientage in den 21 Jahren von 1948 bis 1969, die - bis auf zwei Ausnahmen 1950 und 1954 - jeweils im Frühjahr, nämlich im Mai oder Juni, stattfanden. Auch die Familientage der Jahre 1971 und 1973 fanden noch im Frühjahr statt. In der 31-jährigen Ägide des Vorsitzenden Paul E.Schrader (-Küblingen) zwischen 1936 und 1967 fanden aufgrund der Zeitumstände und verbandsinterner Probleme lediglich 13 Familientage statt.

2. Mühsamer Neuanfang nach dem Krieg. Erst drei Jahre nach Kriegsende – 1948 -, also neun Jahre nach dem letzten Familientreffen 1939 in Hannover, gelang es unter schwierigsten Bedingungen, den 16. Familientag am 23. Mai in Düsseldorf zusammentreten zu lassen. Der für 1940 geplante 16. Familientag in Bad Pyrmont konnte kriegsbedingt nicht mehr stattfinden. Vorausgegangen war der Tod des langjährigen Archivars und ersten Ehrenmitglieds Richard Schrader (-Hornburg) am 17.April 1947. Das Archiv wurde gut verpackt von Hornburg nach Düsseldorf verschickt. Dort nahm es der Vorsitzende Paul Schrader (-Küblingen) in seine Obhut. Beim Familientag wurde der Schatzmeister Rudolf Schrader (-Königslutter), der Vater unserer Base Lieselotte, zum vorläufigen Archivar bestellt. Das Protokoll vermerkt, dass Vetter Rudolf der Student Carl Hermann Schrader (-Scharbow) als "Mitarbeiter" zur Seite gestellt wurde. Vetter Carl Hermann (-Scharbow) war auch der Verfasser des Berichtes vom 16. Familientag, der in Nr.30, Teil 1 unserer Mitteilungshefte erschienen ist.

Unter den 24 Teilnehmern aus acht verschiedenen Sippen befanden sich Anneliese Schrader, geb. Schrader aus Hagen in Westfalen, die Mutter unseres Beiratsmitglieds Klaus und nachmalige Vorsitzende. Sie vertrat die Sippen Eilenstedt und Groß-Gleidingen. Aus der Sippe Königslutter waren Oberstleutnant a.D. Malte Schrader sen. und Ehefrau aus Soest anwesend. Vetter Malte war übrigens das einzige Mitglied, das seit 1921 an allen Familientagen teilgenommen hatte. Gastgeber waren die Eltern von Base Lieselotte, Rudolf Schrader und Frau aus Düsseldorf-Gerresheim. Die Versammlung gedachte der 29 Mitglieder, die seit dem letzten Familientag 1939 gefallen oder gestorben waren.

Diskutiert wurden die Themen Mitgliederwerbung und Beitragsermäßigung für Mitglieder in schwieriger wirtschaftlicher Lage. Der Beitrag betrug 1948 monatlich 83 Pfennige, also rund 10 Mark im Jahr. In den Beirat aufgenommen wurde Rechtsanwalt Dr. jur. Kurt Schrader (-Badeleben), der Sohn des ersten 1935 verstorbenen Familienverbandsvorsitzenden, Geheimrat Dr.jur. Emil Schrader (-Badeleben). (oder erst 1957 in Bad Pyrmont?)

Der Familientag klang aus mit einem fröhlichen Beisammensein im Hause des Vorsitzenden Paul Schrader (-Küblingen). Vetter Carl Hermann schreibt: "Allein dem Wunsche der jüngeren Basen und Vettern nach einem frohen Tänzchen konnte aus bestimmten Gründen nicht entsprochen werden. Aber die bereits früher gepflogene Sitte soll im nächsten Jahr dadurch hinreichend zu ihrem Recht kommen, daß sich die Teilnehmer, nachdem sich die Frage der Unterbringung bis 1949 inzwischen wesentlich gebessert haben wird, bereits am Vorabend der Haupttagung versammeln, und somit zwei volle Abende zum fröhlichen "Gaudeamus" frei sind."

Der 17. Familientag fand am 12.Juni 1949 wiederum in Düsseldorf statt. So sollte es auch im folgenden Jahr sein. Der Grund dafür war die Anwesenheit des Vorsitzenden Vetter Paul E.Schrader und des Schatzmeisters Vetter Rudolf Schrader, die es in schwierigen Zeiten ermöglichten, die anreisenden Mitglieder unterzubringen und zu beköstigen. Ein zentrales Thema dieses Familientages war die Diskussion über Inhalt und Umfang des Heftes 30, Teil 2 der Mitteilungen.

3. Die fünfziger Jahre. Der 18. Familientag kam am 7./8. Oktober 1950 wiederum in Düsseldorf zusammen, zum dritten Mal im Hotel "Damm am Ring" im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel. Ein besonderer Gast war Elisabeth Schrader (-Marienborn) aus New York. Nun wurde das seit dem Tod von Richard Schrader (-Hornburg) verwaiste Amt des Verbandsarchivars durch einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung Vetter Carl Hermann Schrader (-Scharbow) übertragen. Vetter Carl Hermann hat das Amt des Archivars von 1950 bis 2004, also mehr als ein halbes Jahrhundert innegehabt.

Der 19. Familientag trat am 9./10 Juni 1951 erstmals in Hamburg zusammen. Erschienen waren 27 Mitglieder aus 12 Schrader-Sippen sowie zwei Ehrengäste. Und nun war es so wie es in den folgenden Jahrzehnten blieb: Vetter Carl Hermann, damals 29 Jahre alt, hielt einen Vortrag. Die zweite dominante Gestalt damals und in den folgenden 20 Jahren war der Heroldsmeister des Verbandes, Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers (-Rottmersleben). Ein Höhepunkt des Hamburger Familientages war ein Besuch im Archiv von Landgerichtsdirektor Dr. Ascan Lutteroth, eines damals in Deutschland bekannten Genealogen und Geschichtsforschers.

Im Jahr darauf versammelte sich der 20. Familientag am 25. Mai 1952 zum zweiten Mal nach 1927 in Soest in Westfalen. Das hier ansässige Ehrenmitglied Malte Schrader sen., Sippe Königslutter, hatte die Vorbereitungen übernommen. In Soest beschloss die Mitgliederversammlung, im Folgejahr eine Neuwahl der Vorstands- und Beiratsmitglieder vorzunehmen. Diese Wahl sollte von 1953 an im Turnus von jeweils drei Jahren wiederholt werden. Diese für unser Demokratieverständnis selbstverständliche Regel hatte sich im Familienverband erst durchsetzen müssen. Bis zu diesem Zeitpunkt dominierte die Überzeugung, dass der Vorsitzende im Amt bleiben könne und nicht wiedergewählt werden müsse, "solange er das Vertrauen der Mitglieder" genieße (Protokoll 17.Familientag, 12.6.1949). - Unsere heutigen Beiratsmitglieder Christa (-Königslutter) und Klaus (-Groß-Gleidingen) nahmen als Kinder in Soest erstmals an einem Familientag teil.

Zum 21. Familientag versammelten sich 23 Mitglieder nun zum vierten Mal in Düsseldorf, und zwar am 17.Mai 1953. Wie in Soest im Jahr zuvor beschlossen, wurde der Vorsitzende für die nächsten drei Jahre, die Vorstands- und Beiratsmitglieder jeweils für ein Jahr wiedergewählt. Wenige Wochen später starb Ehrenmitglied Oberstleutnant a.D. Malte Schrader im Alter von 82 Jahren und fast gleichzeitig der Mitbegründer unseres Familienverbandes, der Quedlinburger Rechtsanwalt Martin Schrader, Sippe Quedlinburg.

Der 22. Familientag trat am 25./26. September 1954 zum dritten Mal in Braunschweig zusammen. Anwesend waren 28 Mitglieder aus 9 Sippen. Nachdem seit 1948 wieder alljährlich ein Familientag begangen worden war, trat nun nach dreijähriger Unterbrechung der 23. Familientag am 12.Mai 1957 in Bad Pyrmont zusammen, im Jahr darauf traf man sich zum 24. Familientag, am 12.Mai 1958 in Ratzeburg. Anlass für die Wahl dieses Tagungsortes und das Datum war die 250jährige Wiederkehr der am 19.Mai 1708 erfolgten Adelserhebung der Brüder Geheimer Legationsrat Professor Dr.Christoph Schrader und Geheimer Justizrat Kilian Schrader in den Reichsadelstand, beide aus der Sippe Schrader (-Wahmbeck). Kilian von Schrader ist der Stammvater aller heute noch lebender Träger des Namens von Schrader.

4. Die Sechziger Jahre. Nach wieder dreijähriger Pause fand der 25. Familientag - das Jubiläumstreffen - in Altenau im Harz statt, und zwar am 13. /14. Mai 1961. Der stellvertretende Vorsitzende Heyno Schrader (-Küblingen), der in Altenau ein Sommerhaus besaß, hatte die Organisation des Familientages übernommen.25 Mitglieder aus neun Sippen waren der Einladung gefolgt. Der Vorsitzende Paul E.Schrader (-Küblingen) war nun seit 25 Jahren Verbandsvorsitzender. Nun trat eine Unterbrechung von sieben Jahren ein, so dass der 26.Familientag erst 1968 stattfinden konnte.

Für den langjährigen Schatzmeister Rudolf Schrader (-Königslutter), dem Vater von Base Lieselotte, und dem langjährigen Vorsitzenden Paul E. Schrader (-Küblingen), sollte der Altenauer Familientag 1961 der letzte werden. Vetter Rudolf starb am 10.Juli 1965 in Düsseldorf, Paul E. Schrader verstarb am 13.September 1967 an den Folgen eines Verkehrsunfalls ebenfalls in Düsseldorf.

Am 22./23.Mai 1968 kam der 26. Familientag (nach 1924,1929,1954) nun bereits zum vierten Mal in Braunschweig zusammen,. Es nahmen 26 Personen aus neun Sippen teil. Zum Vorsitzenden wurde Heyno Schrader (-Küblingen) gewählt, der dem Verband bis 1973 vorstand. Vetter Carl Hermann Schrader (-Scharbow) wurde nicht nur als Archivar bestätigt, sondern auch zum 1. Stellv. Vorsitzenden berufen. Neu in den Beirat kamen Oberlandesgerichtsrat Dr. jur. Hans- Ludolf Schrader (-Braunschweig) aus Kassel und Dipl.- Ing. Jens Peter Schrader(-Rottmersleben) aus Cuxhaven.

Der 27. Familientag trat am 10./11.Mai 1969 in Goslar zusammen. Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers, Heroldsmeister des Verbandes, wertete dieses Treffen als das "großartigste und würdigste" in der bald 50jährigen Verbandsgeschichte. Grund für solche Euphorie war sowohl der Empfang durch den Goslarer Oberbürgermeister Degenhardt wie auch das Ambiente der historischen Kaiserstadt und dem imposanten Tagungsort im berühmten Hotel "Kaiserworth". 37 Teilnehmer aus 13 Sippen waren anwesend, darunter mein Vater Friedrich-Wilhelm Schrader, der damals noch zur Sippe Goslar gerechnet wurde. Mittlerweile sind wir die Sippe Schrader-Quedlinburg. Der Rede des Oberbürgermeisters Degenhardt kam insofern eine besondere Bedeutung zu, als dieser ein Studienfreund von Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers gewesen war und zu einer Reihe anderer Juristen unter den Schraders gute berufliche Kontakte besaß. Alle Anwesenden durften sich in das Gästebuch der Stadt Goslar eintragen. Oberbürgermeister Degenhardt trug sich seinerseits in das von Beiratsmitglied Jens Peter Schrader (-Rottmersleben) gestiftete "Erinnerungsbuch der Familientage" ein.

Der für 1970 geplante 28. Familientag in Altenau wurde jedoch um ein Jahr verschoben, angeblich um ihn erst nach dem 50-jährigen Verbandsjubiläums (27. Dezember 1970) zu begehen.

Teil III: Die Familientage von 1971 bis zur politischen Wende 1989

Seit 1974 tritt der Familientag jeweils im Herbst zusammen - in der zweiten September- bzw. in der ersten Oktoberhälfte.

1. Die Siebziger Jahre. Der 28. Familientag fand dann am 22. /23. Mai 1971 zum zweiten Mal in Altenau statt und zählte 37 Teilnehmer aus 13 Sippen. Neu in den Beirat gewählt wurden Schiffsoffizier Klaus Schrader (Groß-Gleidingen), und Gartenbau-Ingenieur Jürgen Schrader (-Rottmersleben). Bemerkenswert ist der, wie es im Protokoll heißt, "kurze ergreifende Festvortrag" des Heroldsmeisters des Verbandes, Vetter Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers. Thema: "Ein halbes Jahrhundert Familienverband Schrader - eine Würdigung mit Ausblick in die Zukunft". Es wurde eine Abschieds- und Vermächtnisrede, und die Zuhörer haben dies auch so empfunden, ohne dass der Referent wissen konnte, dass dies sein letzter Familientag sein würde. Wilhelm Schrader-Rottmers appellierte an die Anwesenden, "die Bestrebungen zur Forschung und zur Pflege der Freundschaft weiter fortzusetzen zum Wohle und Gedeihen unseres Verbandes". Eineinhalb Jahre später starb Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers kurz vor Vollendung seines 64.Lebensjahres. Bereits 1937 war er in den Beirat gewählt worden, 1945 hatte er das Amt eines Heroldsmeisters übernommen. Seither hatte Wilhelm Schrader-Rottmers starke Anteile an der Herausgabe der Mitteilungshefte und der Vorbereitung und Gestaltung der Familientage, an denen er bis auf eine Ausnahme seit 1937 an allen teilgenommen hatte. 1969 wurde er anlässlich der Feier seines 60. Geburtstages zum 12. Ehrenmitglied ernannt.

29. Familientag: 1.-3. Juni 1973 in Bad Harzburg. Erschienen waren 33 Teilnehmer, davon 28 Mitglieder aus 11 Sippen. Wichtigstes Ereignis war die Neuwahl eines Vorsitzenden. Vetter Heyno Schrader (-Küblingen) gab das Amt nach fünfjähriger Tätigkeit aus Altersgründen ab. Zu seinem Nachfolger wurde Senatspräsident a.D. Siegfried Schrader (-Thüste) aus Celle, gewählt. Das Amt des Heroldsmeisters blieb unbesetzt, allerdings erklärte sich Vetter Jens Peter Schrader (-Rottmersleben) bereit, dieses Amt vorläufig kommissarisch zu verwalten.. Später hat sich Archivar Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) um heraldische Themen gekümmert. Der Familientag trat zum zweiten Mal nach 1937 in Bad Harzburg zusammen.

30. Familientag: 4.-6. Oktober 1974 in Celle. Dieser Familientag stand unter einem unglücklichen Stern. Wenige Tage zuvor war der Vorsitzende, Ehrenmitglied Heyno Schrader (-Küblingen), beigesetzt worden. Der Familientag verlief, so vermerkt das Protokoll, in "stillerer, aber nicht weniger herzlicher Atmosphäre". Geleitet wurde der Familientag von dem im Jahr zuvor gewählten Vorsitzenden Siegfried Schrader (-Thüste), der wenige Wochen später, am 11.Dezember 1974, ebenfalls überraschend sterben sollte. Den Hauptvortrag hielt der Archivar Carl Hermann Schrader (-Scharbow) über "Ludwig von Schrader, 1686-1765 - Erster Sekretär des Prinzen von Wales". Am Familientag nahmen 26 Personen aus den Sippen Braunschweig, Eilenstedt, Göttingen, Hornburg, Königslutter, Küblingen, Rottmersleben, Scharbow und Thüste teil.

31. Familientag: 3.-5. Oktober 1975 in Bückeburg. Zum neuen Vorsitzenden wurde Vetter Dr. Hans-Ludolf Schrader (-Braunschweig), Senatspräsident am Oberlandesgericht Frankfurt/Main, gewählt. Neue Beiratsmitglieder wurden Christa Schrader (-Königslutter) und Heinz-Ulrich Schrader (-Göttingen), beide wohnhaft in München. Vorträge hielten Vetter Heinz-Ulrich über eine geplante Besteigung des Berges Pico Schrader in den Pyrenäen und der Archivar Vetter Carl Hermann über "Julie Schrader - Genealogie einer Pusteblume". Die Teilnehmerzahl lag bei 41 Personen.

32. Familientag: 1.-3. Oktober 1976 in Kassel. 28 Teilnehmer versammelten sich im Hotel "Schweizer Hof". Den Hauptvortrag hielt Prof. Hermann Mitgau über das Thema "Ein patrizischer Sippenkreis um den Braunschweiger Bürgermeister Hermann Schrader (1570-1639)".

33. Familientag: 7.-9.Oktober 1977 in Eutin. Diesen Familientag hatten der Archivar Vetter Dr. Carl Hermann und seine Frau Agathe vorbereitet. Der Vorsitzende konnte 37 Teilnehmer begrüßen. Die Hauptvorträge hielten Studiendirektor Peters und Kreispräsident Prüß über Eutins berühmteste Söhne, Carl Maria von Weber und Johann Heinrich Voß.

34. Familientag: 6. - 8.Oktober 1978 am Tegernsee. Für die überwiegend im Norden und Westen ansässigen Verbandsmitglieder stand eine weite Reise in den Süden der Bundesrepublik an. Base Christa Schrader (-Königslutter) hatte dafür geworben und organisiert, einmal das "Schrader-Gebiet" zu verlassen und zu ihr in das Alpenvorland zu kommen. Sie hat den Familientag organisiert und dabei ein Reihe von Hindernissen überwinden müssen. Es wurde ein besonders fröhliche Treffen, der vor der unvergesslichen Alpenkulisse stattfand. Immerhin waren 30 Mitglieder aus 14 Sippen (Bockenem, Braunschweig, Eilenstedt, Goslar - heute Quedlinburg, Göttingen, Groß-Gleidingen, Hornburg, Kniestedt, Königslutter, Küblingen, Rottmersleben, Melverode, Scharbow und Windhausen) der Einladung gefolgt. Vetter Wilhelm Schrader (-Kniestedt) hielt ein Referat mit dem Titel "500 Jahre Schrader in Kniestedt". Vetter Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) sprach anhand von Dias über "Die Vorfahren der Caroline Henriette Endemann".

35. Familientag: 5.-7. Oktober 1979 in Bonn-Bad Godesberg. Base Anneliese Schulte geb. Schrader (Groß-Gleidingen) wurde als Nachfolgerin von Vetter Dr. Hans-Ludolf Schrader (-Braunschweig) zur Vorsitzenden des Familienverbandes gewählt. Damit stand seit der Gründung erstmals eine Frau dem Familienverband vor. Vetter Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) sprach in seinem Vortrag über die Anlegung eines Stammbaumes und einer Ahnentafel. Am Familientag nahmen 21 Personen teil.

Die achtziger Jahre. 36. Familientag: 3. - 5. Oktober 1980 in Braunschweig. Zum fünften Mal in der Verbandsgeschichte versammelten sich die Mitglieder in der Stadt Heinrichs des Löwen. Auf dem Programm stand die Besichtigung des Schlossgutes Riddagshausen und der dortigen Klosterkirche. Vetter Hans-Ludolf Schrader (-Braunschweig) erläuterte eine Ausstellung alter Schrader-Bilder und Urkunden, die seine Familie betrafen.

37. Familientag: 9. - 11. Oktober 1981 in Wolfenbüttel. Diesen Familientag verzeichnete 29 Teilnehmer. Die Mitgliederversammlung wählte Vetter Carl Hermann Schrader (-Scharbow) zum 14. Ehrenmitglied. Vetter Carl Hermann hielt einen Vortrag über "Albrecht Schrader, ein Göttinger Handelsherr im 16. Jahrhundert".

38. Familientag: 8.-10. Oktober 1982 in Hameln. 24 Teilnehmer trafen sich in der Stadt des legendären mittelalterlichen Rattenfängers. Der Archivar hielt einen Vortrag über "Altes und Neues über die Familie Schrader-Groß-Gleidingen". Durch eine Satzungsänderung wurde das Amt des Heroldsmeisters abgeschafft. Die entsprechenden Aufgaben sollen künftig vom Archivar mit erledigt werden.

39. Familientag: 7. - 9. Oktober 1983 in Ratzeburg. Mit 80 Teilnehmern war dies der größte und gemessen an der Vielfalt und Festlichkeit des Programms auch der erfolgreichste Familientag in der 63jährigen Verbandsgeschichte. Anlässlich der 275. Wiederkehr der Nobilitierung der Brüder Christoph und Kilian Schrader durch Kaiser Joseph I. im Jahre 1708 war der Familientag der "Geschichte der Familie Schrader, von Schrader, auch Freiherren von Schrader aus Wahmbeck" gewidmet. Erstmals wurde ein Mitteilungsheft des Verbandes ausschließlich der Berichterstattung über eine Familie gewidmet. Im Mittelpunkt standen zwei Vorträge: Kreismuseumsdirektor Dr. Kaack sprach über "400 Jahre Lauenburgische Ritter-und Landschaft", der Archivar über "Aufstieg und Verfall der Familie von Schrader-Kulpin". Vetter Pastor Harald Schrader hielt in der Kirche St.Georgsberg eine Andacht zum "Leben in einer Generationen übergreifenden Solidarität".

40. Familientag: 5.-7.Oktober 1984 in Bad Sassendorf. Hier kamen 42 Teilnehmer zusammen. Vetter Klaus Schrader (-Groß-Gleidingen) zeigte Filmaufnahmen vom vorigen Familientag in Ratzeburg. Es ist offensichtlich, dass der strahlende Höhepunkt des Ratzeburger Familientages vom Vorjahr noch nachwirkte und dieses Treffen den Schwerpunkt auf die Erkundung von Soest und den gegenseitigen Austausch legte.

41. Familientag: 27. - 29.September 1985 in Münster-Handorf. Die 45 Teilnehmenden besuchten die Wasserburg Hülshoff, die Heimat der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Vetter Dr. Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck) berichtete über "Steinerne Zeugen von Schrader'scher Vergangenheit im Herzogtum Lauenburg". Vetter Dr. Otto Schrader (-Schneverdingen) referierte über "Die Glashütte Gernheim, ein Schrader'sches Familienunternehmen in frühindustrieller Zeit".

42. Familientag: 27. - 28. September 1986 in Bad Kreuznach. Dieser Familientag führte wie 1978 aus dem Schrader-Gebiet heraus und versammelte 32 Teilnehmer. Vetter Dr. Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck) sprach über das Thema "Sargdekoratio nen aus der von Schrader'schen Erbgruft St. Georgsberg", der Archivar berichtete über seine Reise nach Scharbow in der DDR. Durch Satzungsänderung wurde der Vorstand erweitert, der künftig aus dem Vorsitzenden, dem Stellvertreter, dem Archivar und dem Schatzmeister besteht. Base Anneliese Schulte geb. Schrader trat von dem Amt der Vorsitzenden zurück. Zu ihrem Nachfolger wurde Vetter Carl Hermann Schrader (-Scharbow) gewählt, der das Amt zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Archivar übernahm. In den Beirat wurden gewählt: Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck), Jost Heinrich Schrader (-Küblingen), Christa Schrader (-Königslutter), Malte Schrader (-Königslutter) und Jens Peter Schrader (-Rottmersleben).

43. Familientag: 25. - 27. September 1987 in Einbeck. Referenten waren wiederum der Archivar Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) und Beiratsmitglied Dr.Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck). Vetter Carl Hermann sprach über "Einbecks familiengeschichtliche Quellen und ihre Bedeutung für die Schrader-Forschung". Vetter Hanswerners Thema war das "Grab der Eleonore Margarethe von Schrader geb. von Wackerbarth im Ratzeburger Dom" (mit Lichtbildern).

44. Familientag: 7. - 9. Oktober 1988 in Bad Karlshafen. Tagungslokal war das Hotel "Villa Biedermann". Vetter Malte Schrader (-Königslutter) sprach beim Festabend über "Zwei Generationen Schrader-Königslutter in napoleonischer Zeit". Dr. Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck) präsentierte einen Lichtbildervortrag. Thema: "Das von Schrader'sche Familienwappen". Besichtigt wurden das Hugenottenmuseum, das Porzellan-Museum von Schloss Fürstenberg und Kloster Corvey.

45. Familientag: 6. - 8. Oktober 1989 in Lübeck. Offiziell fand der Familientag in der Stadt an der Trave statt, das Tagungslokal "Forsthaus St. Hubertus" lag allerdings südlich der Hansestadt in Groß-Grönau. Archivar Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) hielt einen Vortrag zum Thema: "Die Lauenburgische Sukzession von 1689 und ihre Bedeutung für die Schrader'sche Familienforschung". Später führte Beiratsmitglied Dr.Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck) im Heimatmuseum Ratzeburg durch die Sonderausstellung "Familie von Schrader". Dr.Dr.Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck) wurde zum stellv. Vorsitzenden des Familienverbandes gewählt.

Teil IV: Die Familientage von der Deutschen Einheit (1990) bis zum Jahr 2011

Seit 1990 fanden im Osten Deutschlands neun Familientagen statt. Mit der deutschen Einheit konnte das über 40 Jahre für Tagungen wie für genealoigsche Forschungen weitgehend unerreichbare Gebiet der ehemaligen DDR neu für den Familienverband erschlossen werden.

1. Annäherung zwischen West und Ost. 46. Familientag: 5.-7. Oktober 1990 in Hildesheim. Der Familientag stand im Zeichen des siebzigjährigen Bestehens des Familienverbandes. Dazu hielt der Archivar Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) einen Vortrag. Außerdem wurden Filmaufnahmen früherer Familientage gezeigt und die Ausstellung "70 Jahre Familienverband Schrader e.V." eröffnet. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde das Werk "Schrader Familien Weltbuch" präsentiert. Höhepunkte der Stadtführung waren der Besuch des berühmten "Roemer- und Pelizaeus-Museums und die Führung durch den Hildesheimer Dom mit 1000-jährigem Rosenstock.

47. Familientag: 4.-6. Oktober 1991 in Schierke/Oberharz. Im Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung fand erstmals ein Familientag im Bereich der ehemaligen DDR statt, ein deutliches Zeichen für das "gesamtdeutsche Selbstverständnis" unseres Familienverbandes und Erfüllung eines seit dem Ende des II. Weltkrieges gehegten Wunsches. Eindrucksvoll war die gemeinsame Omnibusrundfahrt durch den Ostharz über Elend, Elbingerode, Rübeland, Rappbodetalsperre und Blankenburg mit kunsthistorischer Führung. Den Festvortrag über die "Siedlungs- und Bergbaugeschichte des Mittelharzes" hielt Dr. Knappe, Direktor des Harzmuseums in Wernigerode.

48. Familientag: 25.-27. September 1992 in Fallersleben. Unvergesslich bleibt der ausgedehnte Besuch im Mühlenmuseum. Der zweiteilige Vortrag von Vetter Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) befasste sich mit "Pommerland ist abgebrannt" (I) und "Baltische Impressionen" (II). Anschließend stellte Vetter Carl Hermann das umfängliche Buch über die 500-jährige Geschichte seiner eigenen Sippe Schrader-Scharbow vor, eine der Früchte seiner jahrzehntelangen genealogischen Forschungsarbeit.

49. Familientag: 24.-26. September 1993 in Minden. Thema des Hauptvortrages: "Glashütte Gernheim". Vortrag und Führung durch Dr. Th. Parent (Westfälisches Industriemuseum Dortmund). Bei der Glashütte Gernheim handelt es sich historisch um ein Schradersches Familienunternehmen in frühindustrieller Zeit.. Am Abend referierte Dr. Dr. Hanswerner Schrader-Beielstein (-Wahmbeck) über "das Schrader'sche Familienarchiv in Ratzeburg". Vetter Harald Schrader (-Quedlinburg) und Vetter Klaus Schrader (-Thüste) wurden in den Beirat gewählt.

50. Familientag; 23.-25. September 1994 in Berlin (Müggelsee). Der Familientag kehrte an den Gründungsort des Familienverbandes zurück. Nach Stadtrundfahrt, einem Spazierweg "Unter den Linden" und zum Brandenburger Tor besuchten die Teilnehmer die Nikolaikirche mit einem Schrader-Epitaph. Am Abend sprach Dr. Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck) über die "Schrader in Berlin".

51. Familientag: 22. - 24. September 1995 in Duderstadt. Durch die Wahl von Pastor Harald Schrader zum Vorsitzenden in Nachfolge von Dr.Carl Hermann Schrader (-Scharbow) und die Wahl von Klaus Schrader (-Thüste), Richter in Göttingen, zu seinem Stellvertreter wurde der sich schon länger abzeichnende Generationenwechsel vollzogen. Den Festvortrag zum Thema "Unser Verbandswappen" hielt Dr. Eberhard Schrader (-Ottenstein), der zuvor das Heroldsamt übernommen hatte.

52. Familientag: 18.-20. Oktober 1996 in Celle. Der Archivar, Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) trug vor zum Thema "Ludwig Julius von Schrader (1686-1765) und sein Einfluss auf die deutsche Literatur des 19.Jahrhunderts". Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Klosters Wienhausen.

53. Familientag: 19.- 21. September 1997 in Quedlinburg. Nicht nur wegen der hohen Teilnehmerzahl von 60 Personen stellte dieser Familientag im östlichen Harzvorland einen besonderen Höhepunkt dar. Bereits der Stadtrundgang mit dem Nachtwächter am Freitagabend war eine stimmungsvolle Einstimmung auf eine Veranstaltung, die ganz im Zeichen der Familie Schrader-Quedlinburg stand. Durch die Anwesenheit von Christel Zeigan, Lieselotte Würfel, Brigitte Schrader und Ilse Mechel, Nachfahren des letzten in Quedlinburg ansässigen Geheimrates Dr. med. Wilhelm Schrader (1855-1929) war die Geschichte dieser Schrader-Sippe sehr präsent. Der Vorsitzende, Harald Schrader, selbst Angehöriger der Sippe Quedlinburg, zeichnete in seinem Vortrag die Geschichte dieses Geschlechtes vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis in die Gegenwart nach. Ein besonderes Erlebnis war für alle der Empfang im Rathaus durch Oberbürgermeister Röhricht. Bei der Mitgliederversammlung wurden Vetter Ulrich von Schrader (-Wahmbeck) und Dr. Wolfgang Schrader (-Königslutter) in den Beirat gewählt.

54. Familientag: 18.-20. September 1998 in Tangermünde/Altmark. Die Anregung, mit einem Familientag in die Altmark zu gehen, stammte von unserem Ehrenmitglied Malte Schrader (-Königslutter) und seiner Tochter Christa, unserem Beiratsmitglied. Den Festvortrag hielt der Leiter des Klostermuseums Jerichow, Rolf Naumann, über den Pächter der Domäne Jerichow, Ludwig Schrader (1773- 1826), Urgroßvater des Ehrenmitgliedes Malte Schrader.

55. Familientag: 18.-20. September 1999 in Bad Bentheim/Gildehaus. Die Aktivität unserer Mitglieder Everardus und Bep Schrader aus Eindhoven hatten den Wunsch reifen lassen, einen Familientag einmal ganz im Westen Deutschlands zu begehen, um möglichst vielen niederländischen Namensträgern eine Teilnahme zu ermöglichen und ihr Interesse am Familienverband zu wecken. Dies ist zu unserer großen Freude auch gelungen. 13 niederländische Schraders sind in Bad Bentheim/Gildehaus in den Verband eingetreten. Dem Besuch in der Bertha Jordaan-van Heek Stiftung im Wasserschloss Haus Wellbergen bei Ochtrup kam eine symbolische Bedeutung zu, hat doch die Stifterin das Wasserschloss ausdrücklich der Versöhnungsarbeit zwischen Deutschen und Niederländern gewidmet. Den Hauptvortrag hielten Vetter Everardus Schrader und der Archivar Dr. Carl Hermann Schrader: "Die Familien Schrader in den Niederlanden".

2. Die Jahrtausendwende. 56. Familientag: 15.-17. September 2000 in Schwerin/Mecklenburg. In seinem Vortrag schilderte der Archivar, Vetter Dr.Carl Hermann Schrader (-Scharbow), unter der Überschrift "Der Löwe von Mitternacht" eine Episode aus dem Leben des schwedischen Königs Gustav II Adolf, der 1632 bei Lützen gefallen war. Er soll Vater eines unehelichen Kindes Namens Schrader gewesen sein.

57. Familientag: 21.-23. September 2001 in Bremen. Zum zweiten Mal nach 1930 trat der Familientag in Bremen zusammen.. Bereits am Begrüßungsabend war der bekannte Bremer Jugendbuchautor Werner Schrader Gast des Familientages. Mit der Lesung von Partien aus seinen kuriosen Räuber- und Gespenstergeschichten bereitete der Schriftsteller den Anwesenden höchstes Vergnügen. Die Mitgliederversammlung ernannte Vetter Dr. Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein (-Wahmbeck) in Würdigung seiner langjährigen Verdienste um den Verband und eine intensive Familienforschung zum 20.Ehrenmitglied. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Vetter Hanswerner nicht persönlich anwesend sein. Der Vorsitzende überbrachte dem Geehrten Urkunde und Glückwünsche am 6. November 2001 an seinem Wohnsitz in Herrsching am Ammersee. Anstelle des Erkrankten hielt Archivar Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) den Vortrag "Steinerne Zeugen der Familie von Schrader".

58. Familientag: 20.-22. September 2002 in Naumburg/Saale. Die Zahl der teilnehmenden Mitglieder und Gäste lag bei 43 Personen. Trotz der weiten Anreise in den Süden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt waren 14 Mitglieder aus der Schweiz, Dänemark und den Niederlanden angereist. In seinem Vortrag über die Methoden der Familienforschung unterstrich der Vorsitzende, Vetter Harald Schrader (-Quedlinburg), die nach wie vor große Bedeutung der Familie für die Entwicklung des Individuums wie auch des Gemeinwesens.

59. Familientag: 19.-21.September 2003 in Lübeck. Der Familientag war in die Hansestadt an der Trave gelegt worden, um unserem ehemaligen Vorsitzenden und langjährigen Archivar Dr. Carl Hermann Schrader (-Scharbow) eine Teilnahme zu ermöglichen. In seinem Vortrag über "Dr. Gerhard Schrader, den Erfinder des Schädlingsbekämpfungsmittels E 605" zeichnete der Vorsitzende das Lebensbild des verdienstvollen Chemikers, der wegen seiner Mitwirkung bei der Entwicklung des Nervengases Sarin - ein Nebenprodukt seiner experimentellen Forschung, das NS-Stellen für Kriegszwecke vereinnahmt hatten - in den Nachkriegsjahren unter Anfeindungen zu leiden hatte. Der Vortrag fußte auf einer Ausarbeitung von Pastor Otto Pfingsten (Peine), der das Leben und Wirken von Dr. Gerhard Schrader erforscht und in einer Publikation veröffentlicht hatte. Durch eine dienstliche Verpflichtung war Pastor Pfingsten leider daran gehindert, als Referent am Lübecker Familientag teilzunehmen.

60. Familientag: 17.-19. September 2004 in Maastricht/Niederlande. Zum ersten Mal in der 84-jährigen Verbandsgeschichte fand ein Familientag im Ausland statt. Anlass dazu gaben die niederländischen Mitglieder, die seit dem 55.Familientag in Bad Bentheim in große Zahl dem Verband beigetreten waren und ihn seither mit viel Vitalität unterstützten. Insgesamt nahmen 48 Mitglieder und Gäste am Familientag teil. Die Vorträge des Abends waren Biographien von Schrader-Persönlichkeiten gewidmet, die im Ausland gelebt und gewirkt hatte. Vetter Everardus Schrader, Obmann der niederländischen Mitglieder, schilderte das Leben von "Pfarrer Jan-Arnold Schrader (1797-1870) aus Bad Bentheim-Gildehaus". Jan Arnold hatte im niederländischen Raalte Anna Aleida Podt, die Tochter des dortigen Mühlenbesitzers geheiratet und 46 Jahre lang die Gemeindepfarrstelle innegehabt.

61. Familientag: 21.-23. September 2005 in Wernigerode am Harz. Dieser Familientag war der Familie unseres Mitgliedes Adolf Schrader gewidmet. Vetter Adolf hatte die Geschichte seiner Vorfahren zusammengetragen und sein eigenes sehr spannendes Leben in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland zu Papier gebracht. Aus diesen Informationen stellte der Vorsitzende einen Vortrag zusammen, der zehn Generationen der Familie Schrader aus Wernigerode umfasste. Der idyllische Ortskern mit seinen historischen Fachwerkhäusern bot dem Familientag eine fast märchenhafte Kulisse. Zur Freude der versammelten Touristen geschah es, dass in der abendlicher Stimmung auf dem Rathausplatz mit einem Male ein Trachtenchor mehrstimmige Volkslieder intonierte. Als die Mitglieder des Familientages nach dem Empfang durch Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann das Rathaus verließen, fuhr gerade ein Brautpaar mit Gefolge vor - ein herrlicher Anblick inmitten des historischen Marktplatzidylls.

62. Familientag: 22.-24. September 2006 in Lüneburg. Am Begrüßungsabend berichteten Klaus und Uschi Schrader (Groß-Gleidingen) über die Arbeit auf dem von ihnen gegründeten und geleiteten Kinderhof St.Valentin in Fischen/Ammersee. Mehrmals im Jahr werden Gruppen von strahlengeschädigten Kindern aus der Region um das ehemalige Atomkernkraftwerk Tschernobyl/ Ukraine zu mehrwöchigen Ferienaufenthalten eingeladen. - Den Festvortrag über die "Familie Schrader-Königslutter". hielt in Vertretung unseres erkrankten Beiratsmitglied Christa Schrader (-Königslutter) unser Vorsitzender Harald Schrader (-Quedlinburg).

63. Familientag: 21.-23. September 2007 in Potsdam. Im Mittelpunkt des Familientages stand der Vortrag des stellv. Verbandsvorsitzenden Jens Peter Schrader (-Rottmersleben): "Die Familie Schrader-Rottmersleben: 500 Jahre im norddeutschen Raum". Bereits am Freitagabend wurde im Foyer des Tagungshotels am Griebnitzsee eine Ausstellung zum Thema "Der Mensch und die Schönheit des Tanzes" mit Bildern unseres Mitgliedes, der niederländischen Malerin Wilhelmina (Wil) Maria Johanna Schrader. Im Rahmen der Eröffnung sprachen der Verbandsvorsitzende und Wils Ehemann Joop. Die Bilder waren bis zum Ende des Familientages zu sehen. Auf dem Programm der Stadtrundfahrt stand auch der Besuch von Marmorpalais und Schloss Sanssouci.

64. Familientag: 19.-21. September 2008 in Königslutter am Elm. Die 300. Wiederkehr der Erhebung der Schrader-Brüder Christoph und Kilian in den Adelsstand am 19.Mai 1708 durch Kaiser Joseph I. war der Anlass für Ort und Themenwahl dieses Familientages. Die Brüder wuchsen im nahe gelegenen Helmstedt auf, da ihr Vater Christoph Schrader im 17.Jahrhundert an der dortigen Universität als Professor der Beredsamkeit tätig war. Zu seinem Schülerkreis hatte der später berühmte lutherische Theologe Johann Quenstedt gehört. - Wir besuchten in Helmstedt das Juleum, die frühere Universität der Stadt. Diese "Academia Julia", 1576 gegründet und von Herzog Julius privilegiert, erlangte durch berühmte Professoren in den Fakultäten Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie hohes Ansehen, bis sie 1810 zugunsten der Universität Göttingen geschlossen wurde. - Der Vortrag von Base Gunhild und Vetter Ulrich stand unter dem Thema "300 Jahre Adelserhebung Christoph und Chilian von Schrader" Der durch Bildmaterial illustrierte Vortrag machte die Verbindung einer Schrader-Sippe mit den damaligen Fürstenhäusern deutlich und zeigte die Verdienste der Brüder auf, die letztlich zu deren Adelserhebung führten. - Laut Vorstandsbeschluss wurde der Obmann der niederländischen Mitglieder, Vetter Everardus (Eef) Schrader (-Breischen), aufgrund seiner langjährigen Treue und Verdienste um den Verband zum 21. Ehrenmitglied ernannt. - Bei den Wahlen in der Mitgliederversammlung wurden alle Vorstands- und Beiratsmitglieder bis auf Vetter Eberhard in ihren Ämtern bestätigt. Vetter Eberhard Schrader (-Ottenstein) war schon vorher von seinem Amt als Heroldsmeister zurückgetreten., das seither vakant ist. - Am Familientag nahmen 40 Personen aus vier Ländern - Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Dänemark - teil.

65. Familientag: 25.-27. September 2009 in Bremerhaven. Der Anlass, den Familientag nach Bremerhaven einzuladen, war das neue Answanderer-Museum, das einen Erlebnisraum bietet, um die Schicksale einzelner Menschen, die seit dem 19.Jahrhundert nach Übersee auswanderten, bei ihrem endgültigen Abschied kennenzulernen. Es rührt tief an, wenn die Besucher anhand von Namenskarten die Abreise von Auswanderern nachvollziehen, von denen wir nicht wissen, ob sie von zurückbleibenden Angehörigen und Freunden bis zum Kai von Bremerhaven begleitet wurden. Auf dem Schiff mussten sie sich dann - je nach Stand und Einkommen - auf dem entsprechenden Schiffsdeck einrichten. Dieser Museumsbesuch ist nicht ohne tiefen Eindruck auf die Anwesenden geblieben, zumal sich unter den Ausgewanderten auch Vorfahren heutiger Mitglieder befanden.
Beiratsmitglied Gunhild von Schrader (-Wahmbeck) sprach, unterstützt von Ehemann Ulrich, in ihrem Vortrag über die "Auswanderung des Ulrich von Schrader nach Amerika im Jahre 1829". Base Gunhild berichtete über die aus Briefen gut dokumentierte Auswanderung dieses Vorfahren der Sippe Schrader-Wahmbeck und vermittelte lebendige Einblicke in das häufig entbehrungsreiche Leben dieser Epoche. Die Mitgliederversammlung diskutierte über die im Juni 2009 vollzogene Verlagerung des Schrader-Familienarchivs von Eutin in das Klostermuseum Jerichow/Altmark. Am Familientag nahmen 36 Mitglieder und Gäste teil

66.Familientag: 24.-26. September 2010 in Tangermünde/Altmark. Nach 1998 trat der Familientag ein zweites Mal in Tangermünde zusammen. Wiederum war das Tagungslokal das Hotel "Schwarzer Adler". Aktueller Anlass war die im Jahr zuvor erfolgte Verlagerung des Archivs des Familienverbandes von Eutin in das Klosterarchiv Jerichow in der Nähe von Tangermünde. Der Familienverband besuchte das Kloster unter fachkundiger Führung von Museumsleiters Rolf Naumann und überzeugte sich von der fachgerechten Unterbringung der umfangreichen Materialien des Verbandsarchivs. Herr Naumann hielt am Abend auch den Festvortrag Vorfahren aus der Sippe Königslutter: "Rudolf und Fanny Schrader - Stationen einer Domänenpächterfamilie im 19. Jahrhundert". Zuvor hatte Vorsitzender Harald Schrader das Verbandsjubiläum gewürdigt: "90 Jahre Familienverband Schrader e.V."

67. Familientag: 30. September - 2.Oktober 2011 in Delft/Niederlande. Sieben Jahren nach Maastricht fand zum zweiten Mal ein Familientag in den Niederlanden statt, der von 38 Mitgliedern und Gästen besucht wurde. Den Festvortrag hielt Vetter Frans W.B. Schrader (-Breischen) über das "Leben und Wirken der Hebamme Catharina Geertruida Schrader (1656-1746)". Die Notizen über die vielen von ihr begleiteten Entbindungen, niedergelegt in einem "Memoryboek", haben Catharina G.Schrader posthum berühmt gemacht. Ihre Aufzeichnungen als "Fruchtfrau" - niederländisch für Hebamme - sind eine wissenschaftlich hochinteressante Fundgrube, um die Hebammentätigkeit im 17./18. Jahrhundert kennenzulernen. Dass in der Stadt Leiden eine Straße nach Catharina Geertruida Schrader benannt ist, darf als Zeichen der Anerkennung ihrer historischen Bedeutung gedeutet werden. - Im Anschluss an die Mitgliederversammlung folgte ein von Beiratsmitglied Christa Schrader moderierter Workshop. Thema: "Wie geht es weiter? - Perspektiven auf dem Weg zum 100-jährigen Bestehen des Familienverbandes 2020".

68. Familientag: 28.-30. September 2012 in Goslar am Harz. 37 Mitglieder und Gäste versammelten sich vom 28. – 30. September 2012 im „Hotel Niedersächsischer Hof“. Nach Stadtführung und Rundgang auf der Kaiserpfalz mit ausführlicher Erläuterung des Bilderfrieses, der die Geschichte des „Deutschen Reiches“ vom Mittelalter bis an die Schwelle des 20.Jahrhunderts darstellt, stand der Besuch des Bergwerkmuseums Rammelsberg auf dem Programm. Beeindruckt war die Versammlung von dem Vortrag von Rainer Bolczek (Freiberg/Sachsen) über „Das Leben und Wirken von Richard Schrader (-Hornburg)“, dem Mitbegründer und ersten Archivar des Familienverbandes Schrader e.V. Das besondere Interesse Bolczeks an Richard Schrader (1880-1947) ist familiär begründet. Seine Ehefrau Erika ist eine Enkelin des ersten Ehrenmitgliedes des Familienverbandes Schrader e.V. Nach 1925 und 1969 war es das dritte Treffen in Goslar seit Gründung des Verbandes.

69. Familientag: 27.-29. September 2013 in Schleswig. Dem Empfang bei Bürgermeister Thorsten Dahl im Ständesaal des Schleswiger Rathauses schloss sich die Besichtigung des 800-jährigen St. Petri-Domes an, berühmt durch den im 16. Jahrhundert von Hans Brüggemann geschnitzten Bordesholmer Altar. Ein Orgelkonzert beschloss die Kirchenführung. Es folgten ein Gang durch die Altstadt zur Fischersiedlung Holm, einem UNESCO-Weltkulturerbe, sowie eine Bootsfahrt auf der Schlei. Referent des Abends war der Vorsitzende, der das Leben seines Vaters darstellte. Überschrift: „Und immer rastlos zwang das Leben uns zur Eile – Das Leben des Dresdner Kaufmanns Friedrich-Wilhelm A. Schrader (1898-1974)“. Die turnusmäßigen Wahlen brachten folgende Ergebnisse: Bestätigt in ihren Ämtern wurden der Vorsitzende Harald Schrader und Schatzmeister Ulrich von Schrader (-Sippe Wahmbeck). Klaus Schrader (-Sippe Groß Gleidingen) wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Gunhild von Schrader (-Sippe Wahmbeck) zur Archivarin und Christa Schrader (-Sippe Königslutter) zur Schriftführerin. Alle drei gehörten bis zu ihrer Wahl dem Beirat an. In den Beirat gewählt wurden Jens-Peter Schrader (-Sippe Rottmersleben), Jutta Schrader (-Sippe Halberstadt), Maria D. Schrader (-Sippe Quedlinburg) und Joop Schrader (-Sippe Breischen), bisher Obmann der niederländischen Verbandsmitglieder.

70. Familientag: 26.-28. September 2014 in Magdeburg. Ein besonderer Höhepunkt war der Empfang durch Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper im Alten Rathaus. In der mehr als einstündigen Begegnung erläuterte das Stadtoberhaupt der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt die Entwicklung der im 2.Weltkrieg fast vollständig zerstörten Stadt bis zum Wendejahr 1989. Bei Stadtrundgang konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, mit wieviel Engagement die Magdeburger Innenstadt wieder aufgebaut worden ist. Am Nachmittag stand der Besuch des Hundertwasser-Hauses auf dem Programm. Die Referentin erläuterte die architektonische Philosophie und die gärtnerischen Visionen des Architekten, Künstlers, Umweltschützers und geistreichen Initiators Friedensreich Hundertwasser (1928-2000). Der Abend wurde eröffnet mit einem geschichtlichen Abriss der „Böttcherfamilie Schrader aus der Magdeburger Neustadt nach den Kirchenbüchern von St. Nikolai“. Der Vorsitzende Harald Schrader stützte sich dabei auf detaillierte Ausarbeitungen des Magdeburger Familienforschers Wolfgang Jagade. Den Hauptvortrag hielt Archivarin Gunhild von Schrader über „Otto von Schrader (1820-1875) – Leben und Wirken eines Auswanderers in Amerika“. Nach 1922 und 1938 war es der dritte Familientag in Magdeburg.

71. Familientag: 25.-27. September 2015 in Xanten am Niederrhein. Im Tagungshotel „Fürstenberger Hof“ vor den Toren der Stadt begrüßte Bürgermeister Thomas Götz die Mitglieder des Familienverbandes und stellte ihnen in einer humorvollen Rede die Geschichte und Schönheit der berühmten Römerstadt vor Augen. Nach einer Dom- und Stadtführung blieb genügend Zeit für eigene Erkundungen. Am Abend referierte der Düsseldorfer Historiker Dr. Michael Böcker zum Thema „Admiral Otto von Schrader (1888-1945) – Marineoffizier in der Zeit der Weltkriege“. Der Vortrag war ein Extrakt seiner Dissertation zu Person und Wirken des Marineoffiziers Otto von Schrader im Kontext der Weltpolitik, vor allem in Bezug auf den 2. Weltkrieg. Bei der Mitgliederversammlung wurde der Vorsitzende Harald Schrader anlässlich seines Doppeljubiläums gewürdigt: 40 Jahre Mitglied und 20 Jahre Vorsitzender.

72. Familientag: 23.-25. September 2016 in Münster/Westfalen. Das Kulturprogramm begann am Sonnabend mit einem Empfang durch Bürgermeister Gerhard Joksch im berühmten Friedenssaal des Rathauses zu Münster. Hier waren im Oktober 1648 die Dokumente zur Beendigung des 30-jährigen Krieges unterzeichnet worden. Anschließend trugen sich die Mitglieder in das Gästebuch der Stadt ein. Nach einer Mittagspause besichtigte der Familienverband den im 13. Jahrhundert erbauten St. Paulus-Dom, die Bischofskirche Münsters. Am Abend referierte Dr. Joachim Schrader (Berlin) zu seiner Familiengeschichte: „Aus dem Leben einer Schrader-Familie in fünf historischen Epochen in Deutschland“.



Bei der Zusammenstellung dieser Chronik habe ich dankbar zurückgegriffen auf zahlreiche Familientagsberichte unseres Schriftführers Jens Peter Schrader (-Rottmersleben)